Neulich im Mitarbeiterkreis...

„Und den Rest der Gruppenstunde haben wir dann noch irgendwie die Zeit totgeschlagen.“
„Moment, noch mal langsam-was hast du gesagt?, DIE ZEIT TOTSCHLAGEN`? Das klingt ja furchtbar. Auch wenn nicht von einem vorsätzlichen Mord die Rede ist, so doch immerhin von einem Kapitalverbrechen.“
„Das soll Totschlag sein-wenn wir mal eine Gruppenstunde mal so locker-flockig vor uns hinleben? Mach mal halblang!“
Aber vielleicht ist ja etwas dran an dieser drastischen Betrachtung. Was tun wir eigentlich, wenn wir einen Tag mißachten, der nie wieder zurückkommt? Wenn wir die kostbaren Stunden, die wir geschenkt bekommen einfach in den Mülleimer werfen, ignorieren oder geringschätzen?

Eine persische Sage erzählt von einem Mann, der beim Abendspaziergang am Meer ein Säckchen findet. Unterwegs, es ist schon dunkel, greift er hinein und findet lauter kleine Steine. Er schlendert dahin, läßt die Steine durch die Finger gleiten, wirft sie hinaus ins Wasser, und die kleinen Dinger versinken in den Wogen. Einen einzigen Stein nimmt er mit nach Hause, hält ihn wie zufällig in den Schein des Herdfeuers, und sein Blut gefriert ihm in den Adern. Ein Diamant war es, den er funkelnd in seinen Händen hielt. Viele Diamanten mußten es gewesen sein - und er hatte sie gedankenlos verschleudert.

Ob wir, wenn unsre Tage gezählt sind, wenn uns nur noch ein kleiner Rest bleibt, ebenso erschrecken? Darüber, daß wir unser Leben Stückchen für Stückchen vergeudet haben, weil wir gar nicht merkten, was wir da in die Hand bekommen hatten?

CARPE DIEM – NUTZE DEN TAG, sagt ein altes Sprichwort.
CARPE DIEM – NUTZT DEN TAG, daß wünsche ich auch Euch.
Amen.

 

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